Ausbilderseminar mit Sifu Salih Avci in Berlin
Die Schüler der KampfkunstAkademie Berlin Wilmersdorf

Die Informationen einer Internetseite können nur begrenzt den vollen Umfang des AVCI-Wing Tsun/Escrima aufzeigen.
Ohne die persönliche Selbsterfahrung des Systems, mit all seinen technischen und emotionalen Aspekten, ist es nur ein leichtes Kratzen an der Oberfläche. Es kommt doch letztendlich immer auf den Menschen an, der sich selbst und seine Umwelt erfährt.


Deshalb lassen wir an dieser Stelle die Schüler selbst zu Wort kommen:

Winfried 67 Jahre:

Aller Anfang ist schwer, aber es ist nie zu spät!!!

Nun bin ich schon ein Jahr beim Wing Tsun. Dabei hatte ich am Anfang das Gefühl, dass ich es nicht mehr packen würde. Denn ich bin nun mal mit meinen jetzt knapp 67 Jahren nicht mehr im aller jugendlichsten Alter, in dem man erstens noch sehr gelenkig ist und zweitens auch etwas besser lernt. Aber ich hatte in meiner Vergangenheit immer wieder damit geliebäugelt, einen Kampfsport zu betreiben, und nun, da mir im Rentenalter mehr Zeit zur Verfügung steht, wollte ich es doch noch mal wissen! Aufhören, dachte ich mir, kann ich ja immer noch. Obwohl ich nach kurzer Zeit ernsthaft auch darüber schon nachgedacht hatte, siegte dann doch der Wille, mich durch die sportlichen Herausforderungen nicht klein kriegen zu lassen. Und wie ich es kürzlich bei meiner erfolgreichen Prüfung zum 1. Schülergrad erleben durfte, waren meine Bemühungen nicht umsonst, was mich natürlich jetzt erst recht anspornt, mit immer weiter wachsender Begeisterung diese faszinierende Sportart zu betreiben. Fazit: Man ist nie zu alt, sich sportlichen Herausforderungen zu stellen, sondern man muss nur ernsthaft lernen wollen und auch ein gewisses Maß an Selbstdisziplin walten lassen! Dazu gehört natürlich ein regelmäßiger Besuch der Trainingseinheiten, wenngleich auch der innere Schweinehund anfangs aus Bequemlichkeit ziemlich gejault hat.

Was mein sportliches Vorleben betrifft, gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Ich mag sehr den Wassersport und hatte zwanzig Jahre lang ein kleines Segelboot. Außerdem beschäftigte ich mich auch ein paar Jahre mit Windsurfing. Aber durch den Beruf blieb allerdings für diese Aktivitäten wenig Zeit. Außerdem war zum Feierabend pünktlich fast immer der Wind weg.

Zu Beginn meines Wing Tsun hatte ich allerdings, wie schon erwähnt, mit einer gehörigen Portion Frust und Unsicherheit zu kämpfen, da ich mir steif wie ein Stock vorkam und alle Bewegungen holprig und völlig verkrampft ausführte. Der Spaß am Wing Tsun nimmt  jedoch erfreulicherweise mit wachsendem Fortschritt immer mehr zu. Die geduldige, freundliche, aufmunternde Art unserer Trainer und auch der übrigen Sportkameraden führte langsam, aber sicher dazu, dass sich meine Verspannungen immer mehr lösten. Natürlich wird mit konstruktiver, meistens auch humorvoller Kritik nicht gespart, ohne die ein Fortschritt völlig unmöglich ist! Als Beispiel möchte ich die auch heute noch des öfteren zu hörende Ermahnung anführen: „Winni! Nimm die Schultern runter!!! Sei entspannt!!!“. Ich spüre nun auch im täglichen Leben eine lockerere sicherere Haltung bei allen Gelegenheiten. Als ganz besonderen Bonbon empfinde ich es, dass ich mich nun auch ein ganzes Stück jünger fühle! Weiterhin hat auch meine Kondition zugenommen, die vorher doch ziemlich am Boden lag. Ganz nebenbei: Als ich mit dem Training begann, hatte ich schon über ein Jahr lang hartnäckige Schmerzen in meiner linken Schulter, die auch mein Orthopäde nicht in den Griff bekam. Diese Beschwerden hatten sich schon nach ca. drei Monaten Training in Luft aufgelöst und sind auch bis jetzt nicht wieder aufgetreten. Ich hoffe, dass es so bleibt.

Bei meiner Entscheidung für Wing Tsun spielte die Vielseitigkeit dieser Kampfkunst die entscheidende Rolle. Ich hatte keine Lust, wie beim Karate allein nur Faust- und Fußstöße zu erlernen, bzw. beim Judo oder Jiu Jitsu nur Griffe und Würfe. Alle diese Dinge sind im Wing Tsun als sich gegenseitig ergänzende Komponenten enthalten und machen diese Kampfkunst so überaus interessant. Auch im hoffentlich nicht auftretenden Ernstfall ist sie dadurch sicher besonders effektiv! Und nicht nur das! Große eigene Kraft ist nicht notwendig! Man nutzt nach Möglichkeit ganz einfach die Kraft des Gegners aus! Mir als abgebrochenem Riesen von 171 cm Körpergröße, mit nicht gerade herkulischen Körpermaßen,  ist das natürlich nur recht.

Selbstverständlich gibt es auch Dinge, die zu Beginn unangenehm, bzw. langweilig sind. Das sind vor allem die sogenannten „Formen“. Es handelt sich dabei um wirklich elementare Bewegungsabläufe, die in der Praxis in verschiedensten Situationen immer wieder auftreten und die man sozusagen im Schlaf  beherrschen sollte. Ganz besonderes Augenmerk wird dabei auf die Präzision der Bewegungen gelegt. Wenn man das erst geschnallt hat, sieht man die Formen schon mit ganz anderen Augen und nimmt diese auch als willkommene Gymnastik, zumal sie obligatorisch immer vor dem Beginn einer Trainingseinheit ausgeführt werden. Auch zu Hause eignen sie sich als Bewegungsübungen sehr gut.

Als besonders wohltuend empfinde ich die familiäre niveauvolle Atmosphäre in der KampfkunstAkademie Berlin Wilmersdorf. Schläger und ähnliche Typen sind hier zum Glück nicht vertreten und auch keinesfalls erwünscht. Außerdem ist es für mich immer wieder sehr angenehm zu spüren, dass ich nicht als Opa betrachtet werde, sondern als ganz normaler Sportskamerad.

Ich hoffe sehr, dass meine Fähigkeiten weiterhin zunehmen und ich diesen Sport noch lange ausüben kann.

Berlin, im Februar des Jahres 2009

Renate, Jahrgang 1960 :

Warum ich AVCI-Wing Tsun betreibe

Von der Kampfkunst Wing Tsun  habe ich in einem Vortrag der Kriminalpolizei zum Thema „Umgang mit Gewalt“ erfahren. Die Kampfkunstakademie „Boehm/Hanke“ wurde in diesem Vortrag empfohlen.

Meine Freizeit ist durch viele Aktivitäten gut ausgebucht. Viel Zeit verbringe ich mit meiner Lieblingssportart Reiten. Kampfsport interessierte mich nicht und Zeit hatte ich dafür auch nicht.Als Ergänzung zum Vortrag fand ich es aber sinnvoll, ein paar Trainingsstunden zu nehmen, um die körperliche Selbstverteidigung für den Ernstfall zu üben.Sehr bald merkte ich, dass es gar nicht so leicht ist, selbst die einfachsten Übungen umzusetzen und das erforderliche Körpergefühl zu erlangen. Bei einem Blick auf die fortgeschrittenen Schüler wurde mir noch deutlicher, dass diese Sportart nicht in ein paar Wochen zu erlernen ist.

Wing Tsun machte mir am Anfang überhaupt keinen Spaß. Auch das ständige Wiederholen der Form, in der in einer bestimmten Reihenfolge Bewegungsabläufe absolviert werden, fand ich öde und langweilig. Es dauerte sehr lange, bis ich mir die Reihenfolge merken konnte. Diese Bewegungen sind aber die Grundlage des Wing Tsun's.

Da ich erkannte, dass ich auch als 1,60 m große Frau mit Wing Tsun reelle Chancen habe, mich gegen große starke Typen zu verteidigen, entschied ich mich zum Durchhalten und zum regelmäßigen Training. Aus dem Umgang mit den Pferden weiß ich, wie wichtig und im schlimmsten Fall lebensrettend es ist, in einer brenzligen Situation angstfrei und schnell zu handeln. Hierfür muss das Können ohne nachdenken sofort abrufbar sein.

Motiviert hat mich auch die außerordentlich gute, faire, sachliche und geduldige Ausbildung meiner Sifu`s, der Sihing`s und die Hilfe von fortgeschrittenen Schülern. Auch wenn ich mich total ungeschickt angestellt habe, wurden mir die Übungen solange gezeigt, bis ich es konnte; auch wenn es eine Ewigkeit gedauert hat.

Die Angst, sich zu blamieren, ist völlig unbegründet, da ich es nie erlebt habe, dass sich Jemand über einen ungeschickten Schüler lustig macht. Das Gegenteil ist der Fall, denn mit ermutigenden Worten wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufgebaut und gestärkt. 

Wichtig ist es auch, im Training die Kraft des Gegners zu spüren und als Frau auch mit Männern zu trainieren.Neben den praktisch-kämpferischen Fähigkeiten bietet Wing Tsun noch viel mehr für den Körper und die Gesundheit. Der ganze Körper wird eingesetzt.
Alle Muskeln und Gelenke, einfach die gesamte Flexibilität des Körpers wird trainiert. Und auch das Gehirn wird gut beschäftigt, da für die körperliche Umsetzung der Übungen bestimmte Areale im Gehirn gefördert werden. Was will man mehr?

Die Mitgliedsbeiträge sind erschwinglich und das Können, das man bei regelmäßigem Training als Gegenwert erhält, ist genau genommen, gar nicht mit Geld aufzuwiegen.

Ich bin jetzt schon einige Jahre dabei und kann eine positive Bilanz ziehen. Ich bin auch nicht mehr so ängstlich und traue mich, alleine nachts mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren und alleine in der Natur spazieren zu gehen.Inzwischen hat das Wing-Tsun-Training einen festen Platz in meinem Leben eingenommen und ich werde dies auch so beibehalten. 

Ich bin seit 2002 Wing Tsun Schülerin in der KampfkunstAkademie Wilmersdorf.

Robin K.

Meine Kampfkunst-Karriere

Angefangen hatte alles im Jahre 1971, als ich am Ku'damm in Berlin einen Eastern im Kino sah. Kung Fu, es sprach mich sofort an. Trotzdem landete ich zuerst beim Karate und in den darauf folgenden Jahren beim Judo, sowie Ju-Jutsu und dem klassischen Kung Fu. Insgesamt dauerte es 13 Jahre, bis ich das Wing Tsun auf einem Seminar in Kiel für mich entdeckte. Trotz meiner sportlichen Erfahrungen sagte mir das Umfeld wenig zu und es dauerte nicht lange, bis ich der Schule meinen Rücken kehrte. 

Somit vergingen abermals die Jahre, bis ich 2001 Sifu Michael Hanke beim Schießsport kennen lernte. Wir kamen nebenbei auf das Wing Tsun zu sprechen und auch wenn sich mein erster Anlauf etwas holperig gestaltete, trainiere ich seit dem Jahr 2002 ohne Unterbrechung mit großem Fleiß. Ich habe seither das Gefühl angekommen zu sein. Es passt einfach alles und ich fühle mich an- und aufgenommen.

Ich schätze besonders an der Kampfkunstakademie Wilmersdorf, dass dort Wing Tsun lebendig ist; es gibt eine progressive Entwicklung und starre Ansichten werden hinterfragt. Mein Verständnis von Wing Tsun hat sich seither erheblich verändert.

Der Geist der aktiven Arbeit überträgt sich in jeder Trainingseinheit vom Lehrer auf die Schüler. Es fühlt sich an, wie eine Wing Tsun Familie.

Kewin P.

Mein Weg in der Kampfkunst

Nach langer Zeit fehlender körperlicher Ertüchtigung hatte ich mich vor sieben Jahren entschlossen mehrere Kampfkunstschulen aufzusuchen und zum Probetraining zu gehen, da ich seit meiner Kindheit ein großer Fan der Kampfkunst bin. So kam ich zum Wing-Tsun.

Anfänglich hat mich die unglaublich Beweglichkeit der Trainer und der fortgeschrittenen Schüler fasziniert. Mit welch geringem Kraftaufwand auch starke und kräftige Angreifer von körperlich unterlegenen Verteidigern kontrolliert werden können, fand ich sehr beeindruckend. Nach Jahren des Trainings lässt mich die unglaubliche Komplexität und zugleich Einfachheit dieses Systems einfach nicht mehr los.

Manchmal frage ich mich selbst, warum ich mit Wing-Tsun angefangen habe ... ?
Ich merke immer wieder, dass es ohne nicht mehr geht, weil es mir zu viel Freude bereitet Tag für Tag mehr über mich und meinen Körper zu erfahren.

... 2008, und ich kann es kaum glauben, mit nur ein paar kurzen, arbeitsbedingten Unterbrechungen bin ich immer noch in der Kampfkunstakademie-Wilmersdorf. Die familiäre Atmosphäre und die Umsetzung des Wing-Tsun Kung-Fu Systems begeistert mich ungebrochen mit jeder Trainingseinheit aufs neue.
Was manchmal schade ist, dass man die Kampfkünste ohne langjähriges Training nicht erlernen kann ( ein Jammer ).

.....„ ohne Wing-Tsun und Escrima fehlt mir einfach etwas“..........